Sunday, 19. june 2011
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11:02
Wenn ich jetzt auf die letzten Jahre zurückblicke, sehe ich lauter Fehler von mir! Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll! Einer der größten Fehler war sicherlich, ihn dazu zu bringen, sich bei
P&P zu bewerben, wo meine Tochter arbeitet und wo sie ihm einen Job hätte verschaffen können. Meine Tochter jedenfalls schwärmt von P&P als
Arbeitsgeber. Man würde ihm Immobiliengeschäft so viele Leute kennenlernen und Christian, also mein Sohn, könne es ja eben sehr gut mit Leuten. Aber ich hätte das mit P&P nicht tun sollen.
War ja zu erwarten, dass mein Sohn keinen Job bei P&P haben will, wenn er ihn womöglich nur wegen Thessa bekommen hätte. Dazu ist er zu stolz. Und überdies habe ich ihm, indem ich ihn bei
P&P sehen wollte, wahrscheinlich auch noch signalisiert, dass das, was er da mit seinen Parkour-Läufen macht, nix richtiges ist. Wenn Mütter Kinder zu ihren eigenen Traumkarrieren zwingen
wollen, dann läuft was schief. Und genau das habe ich wohl gemacht! P&P wäre mein Traumarbeitgeber und ist der meiner Tochter, aber Christian wäre damit unglücklich gewesen. So hat ein
harmloser Besuch in der Reinigung bei mir inzwischen doch einiges geändert. Ich werde jedenfalls bei seinem nächsten Tournier dabei sein oder ihn fragen, ob er mir so einen Parkour-Lauf mal
zeigen kann! Ich hoffe, es ist noch nicht zu spät...
von vrenny
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Wednesday, 15. june 2011
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08:19
Eine Freundin von mir, die ich fragte, was sie darüber denke, sagte, dass ich schon sehr viel über Thessa, meine Tochter rede. Meistens hätte ich von ihren tollen Schulleistungen und ihrem
erfolgreichen Studium und ihrem super Job geschwärmt, aber nie oder nur selten mal erzählt, was mein Sohn so macht. Oh man, bin ich etwa oberflächlich und liebe meine Tochter mehr als meinen
Sohn? Mein Sohn ist in der Tat in dieser Hinsicht kein leuchtendes Beispiel, denn er war anfangs wie meine Tochter auf dem Gymnasium und wurde dann über die Realschule zur Hauptschule
durchgereicht, wo er dann zwar einen guten, aber immer noch nur einen Hauptschulabschluss machte. Dafür ist er ein super Sportler und hat schon mehrere Preise für seine Parkour-Läufe bekommen.
Wieso habe ich nur davon nicht erzählt?
von vrenny
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Saturday, 11. june 2011
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11:19
Erstaunt hob sie die Augenbrauen und legte ihre Stirn in Falten und sagte fast schon berührt: \\\"Ach, ich wusste gar nicht, dass sie einen Sohn haben. Sie haben nie von ihm erzählt.\\\" Da war
ich also schon all die Jahre in dieser Reinigung und wurde oft von dieser Frau bedient und habe Smalltalk mit ihr gehalten und da habe ich nie meinen Sohn erwähnt? Der Gedanke, dass sie auch noch
recht haben könnte, verschlug mit glatt die Sprache. Noch den ganzen Nachmittag und Abend überlegte ich, ob sie recht haben könnte. Eigentlich überlege ich heute noch, dabei sollte ich mir
endlich eingestehen, dass ich wohl wirklich immer nur von meiner Tochter, aber nie von meinem Sohn erzählt habe. Das tut mir so unendlich leid, habe ich sie doch beide gleich gern! Ich kann gar
nicht sagen, dass ich mich schäme. Ich bin eher traurig!
von vrenny
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Tuesday, 7. june 2011
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15:43
Es sind oftmals diese kleinen, kurzen, scheinbar harmlosen Sätze, die einen so völlig aus der Bahn werfen. So unachtsam herausgesagte Antworten, die einem durch Mark und Bein fahren. Dabei muss
das gar nicht mal böse Absicht oder das Ziel gewesen sein. Oftmals sagen einem ja auch Leute, die einen so gar nicht kennen, die Dinge am freiesten ins Gesicht. Wenn du jemanden gut kennst, dann
kennst du seine Stärken wie Schwächen und weißt, worüber die- oder derjenige lieber nicht reden will, wo ihre/ seine wunden Punkte liegen und so. Aber als ich neulich bei der Reinigung war und
unter anderem auch Hosen meines Sohnes zum Waschen gab, sagte die Dame an der Theke, dass mein Mann ja mal wieder ganz schön geschlabbert habe. Berliner Schnauze eben. Ich bin aber schon öfters
dort gewesen, insofern war die Bemerkung von ihr schon in Ordnung. Bei einem fremden Kunden wäre sie wohl unangemessen gewesen. Jedenfalls antwortete ich, dass dies die Hosen meines Sohnes seien.
von vrenny
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